![]() |
![]() |
![]() |
| Biret / Leinsdorf während des Konzerts | Präsident J. F. Kennedy | Erich Leinsdorf |
Debut in Amerika
22.
November 1963
Idil Birets erstes Konzert in den Vereinigten Staaten fand in Boston statt. Durch eine Empfehlung von Nadia Boulanger erhielt Biret eine Einladung des Boston Symphonie Orchesters (BSO), im November 1963 eine Reihe von Konzerten in Boston, New York und anderen amerikanischen Städten zu geben.
Zur Zeit der Einladung war Charles Munch Chefdirigent des BSO, er wurde jedoch 1963 von Erich Leinsdorf abgelöst, der auch Birets Konzerte dirigierte.
Idil Biret wählte als Konzertprogramm das 3. Klavierkonzert von Rachmaninov, eines der schwierigsten Werke in diesem Genre. Dieses Konzert wurde durch das BSO in der Vergangenheit bereits aufgeführt mit Rachmaninov (1919, 1935), Horowitz (1928, 1941, 1944, 1948), Malcuzyinski (1947) und Byron Janis (1957).
Das erste Konzert dieser Reihe sollte am 22. November um 14 Uhr stattfinden.
Viele Jahre später beschrieb Idil Biret im Rahmen eines Interviews mit Richard Dyer vom Boston Globe die Ereignisse des Konzerttages:
"Mein Geburtstag ist der 21. November und so spielte das Orchester während der Proben «Happy Birthday» und alles lief perfekt ab. Am Nachmittag des Konzertes fühlte ich, das etwas ungewöhnlich war, jedoch nicht wissend, was mich beunruhigte. Erich Leinsdorf kam mit einem sehr traurigen und besorgten Blick in meine Garderobe und sagte nur 'Ah, hier sind Sie' und ging wieder hinaus. Seine Sekretärin kam später herein und setze sich, sich ebenfalls in einem seltsamen Zustand befindlich, sagte jedoch ebenso nichts. Dann betrat mein Vater den Raum und informierte mich darüber, daß Präsident Kennedy erschossen worden sei und sich nun die Frage stellte, ob das Konzert fortgesetzt würde oder nicht.
Aber der Vorsitzende der Orchestervereinigung, Herr Cabot, ging auf die Bühne und erläuterte dem Publikum, daß an dem Tag, an dem sein Vater gestorben war, er selber ins Konzert gegangen sei um Trost zu finden und er hoffe, das Publikum würde ebenso Trost in der Musik finden.
Jeder einzelne befand sich in einem erschütternden Zustand, aber wir gaben das Konzert trotzdem - es was ein sehr tragisches Debut."
In seinem Artikel, der am 20. September 2000 im Boston Globe erschien, führte Richard Dyer weiter aus:
"Das BSO nahm den Trauermarsch aus Beethovens «Eroica» mit ins Programm. Margo Miller, der für den Globe schrieb, lobte die 22jährige Pianistin für ihr tiefes Gespür, ihre Dynamik und lyrischen Passagen sowie ihre 'jugendliche Begeisterung' und die Herausgabe eine LP Box bestätigte diese Kritik.
Trotz der Umstände und Leinsdorfs abrupte Tempi wurde Birets pianistisches Gleichgewicht nicht gestört und ihr gefühlvolles Feuer hörte nicht auf zu strahlen."
Diese historische Aufführung wurde aus Boston live gesendet und aufgezeichnet.
Leider stand uns nur eine äußerst schlechte LP-Pressung zur Verfügung, die aufgenommen und gepreßt wurde, als Rauschunterdrückungsverfahren wie Dolby noch nicht auf dem Markt waren.
Bei der digitalen Aufbereitung, bei der uns jedoch keine Studio-Ausstattung zur Verfügung stand, wurde versucht, Nebengeräusche weitgehend zu unterdrücken, wobei wir aber auf allzu drastische Methoden verzichtet haben, um den vollen Frequenzumfang der originalen Monoaufnahme nicht zu beeinträchtigen. Daher können sich, insbesonders in den ersten fünf Minuten der B-Seite der Überspielung, auf modernen Wiedergabegeräten Nebengeräusche bemerkbar machen.
SERGEI RACHMANINOV
Klavierkonzert Nr. 3 d-moll op. 30
(Sätze/Tracks wie Original LP)
[Idil Biret spielt einen Baldwin Flügel]
680 KB (Seite A)
Wichtige Ankündigung des Vorsitzenden
Henry B. Cabot / Radiomoderation
14,60 MB (Seite A)
1. Satz Allegro ma non tanto 15'56
4,24 MB (Seite A)
2. Satz Intermezzo: Adagio 4'38
15,50 MB (Seite B)
2. Satz Fortsetzung
3. Satz Finale: Alla breve 16'56
1,58 MB (Seite B)
Applaus und
Schlußmoderation